
| Lala Aufsberg |
Lala Aufsberg (Geburtsname Luise Ida Aufsberg) wurde am 26. Februar 1907 in Sonthofen geboren. Sie starb auch dort am 18. Mai 1976. Den Rufnamen Lala verdankt sie ihrer jüngeren Schwester Eugenie, die sie immer so rief. Als Künstlernamen behielt Luise Ida diese Bezeichnung bei. Die Sonthofener "Lichtbildnerin", wie sie sich selbst gerne bezeichnete, war eine der bekanntesten Kunstfotografinnen ihrer Zeit. Ihr verdanken wir über 100.000 Negative von Kunstwerken, Gemälden, Skulpturen in Deutschland und Europa. Nebenbei dokumentierte sie bei den ausgedehnten Fotoreisen auch die Architektur, in der die Werke ausgestellt waren oder noch sind. Ein ganz anderer Zweig ihres Schaffens sind die Allgäuer Motive, die sie zeitlebens fotografierte, wenn sie in der Heimat war. Das Allgäu war ihr "ruhender Pol". Hier begann ihre Foto-Karriere. Bereits 1928 gewann sie Fotowettbewerbe (u.a. bei den Kameraherstellern Zeiss-Ikon, Voigtländer-Satrap und Rolleiflex). Das Interesse weckte wohl der Großvater mütterlicherseits, der Königl. Bayr. Hofphotograph Josef Heimhuber, der auch das erste Fotogeschäft am Platz führte. Er gilt als Pionier der Landschaftsfotografie im Allgäu. Lala Aufsberg besuchte die Volksschule in Sonthofen und danach die sechsjährige Schule für Höhere Töchter in Immenstadt (heute Realschule Maria Stern). 1932 begann sie eine Lehre zur Fotohändlerin in Oberstdorf. Zu dieser Zeit entstanden die ersten fotografischen Werke mit Allgäuer Motiven der Lichtbildnerin in der Freizeit. Die Liebe zur Fotografie war aber wohl schon vor der Lehre recht ausgeprägt. Lala trat 1931 in den »Verein von Freunden der Photographie zu Nürnberg« ein. Die Leidenschaft für die Fotografie ist unschwer durch die Eintragungen im Aufsberg-Archiv nachzuvollziehen. Lala Aufsberg zog nach dem Abschluss ihrer Lehre nach Nürnberg und arbeitete bei der Fotohandlung Seitz und Porst. Ab April 1938 besuchte Lala Aufsberg die Abteilung Lichtbildnerei bei der Staatsschule für Handwerk und angewandte Kunst in Weimar bei Walter Hege. Im Juli legte sie die Meister-prüfung im »Photographen-Handwerk« ab und zog wieder zurück ins Allgäu. Noch im gleichen Jahr eröffnete sie ihr eigenes »Photoatelier« in Sonthofen. Auffallend viele Negative in ihrem Nachlass tragen die Jahreszahl 1939. Das zeugt erstens von einem Sommer mit vielen schönen Foto-Tagen, aber auch davon, dass die Lichtbildnerin als »Neue« im Allgäu sich durch Fleiß und Einsatz einen Namen machen musste. Lala Aufsberg dokumentierte in den Jahren 1937 und 1938 auch die Reichsparteitage in Nürnberg. Eine Rolle im nationalsozialistischen System spielte sie jedoch nicht. Das Interesse an den Parteitagen war wohl eher der dortigen Architektur und der Nähe zu Nürnberg zuzuschreiben. Aus diesem Grunde dokumentierte Lala Aufsberg auch den Wiederaufbau Nürnbergs nach dem Krieg mit dem gleichen Interesse wie vorher die Errichtung der nationalsozialistischen Architektur. Die Kunstaufträge in der Zeit des Nationalsozialismus waren unpolitisch. Sie stellten eine Dokumentations-Nische dar, die sie sich mühevoll erarbeitete. Ihre frühen Negative sind noch auf Glasplatten fotografiert. Der überwiegende »Schatz« ihrer Schwarz-Weiß-Negative ist auf 6x6-Zentimeter Rollfilm gebannt. Kunst-Fotos machte sie in fast allen europäischen Ländern. Schwerpunkte lagen in Österreich, Italien, Griechenland und Ägypten. In den letzten Jahren ihres Lebens widmete die Sonthofer Fotografin sich auch der Farbfotografie. Eine große Liebe dazu entwickelte Lala Aufsberg jedoch nicht mehr. Die Zeit danach Im Jahre 1988 erhielt der Heimatbund Allgäu ca. 13.000 Negative aus dem Archiv der verstorbenen Sonthofer Fotografin Lala Aufsberg von den Erben übertragen. Zum 100. Geburtstag der Fotokünstlerin hat der Heimatbund im Jahr 2007 zusammen mit der EDITION ALLGÄU einen Bildband veröffentlicht. Außerdem gab es eine Ausstellungsreihe in insgesamt sieben Museen.
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